Das Balafon.
 

pentatonisches Xylophon aus Afrika.

Balafon-Spiel- und Bau-Workshops.

mit Yaw Momo Werner Wevers. Balafon-Manufaktur.

 

 

Dieses percussive Melodieinstrument, „Gyil“ wie es in der Sprache der Birifor genannt wird, ist der Urahn des uns heute bekannten Xylophons.

 

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www.balafon.de

 

 

Tönt mancherorts der uns fremde und geheimnisvoll singende Balafonsound kilometerweit über die afrikanische Savanne, zelebrieren Griots (Musiker)  gesellschaftliche Ereignisse mit einer faszinierenden Musikkultur. Darin hat das Balafon eine bedeutende Funktion. Als Soloinstrument oder im Ensemble mit Begleitung von Trommeln, Gesängen oder Erzählungen und verschiedener Percussion, ist das Balafon mit seinen Melodien und Rhythmen die Seele der Lieder bei traditionellen und rituellen Anlässen (z. B. Geburt, Initiation, Hochzeit, Ernte, Richtfest beim Hausbau, Tod oder einfach zur Unterhaltung und zum Tanz).. Das den Klang des Holzes begleitende Surren und Zirpen, das durch Membranen an den Resonatorenkalebassen hervorgerufen wird, bewirkt zudem seltsam anmutendes Gerede.


In Afrika wird gesagt: „Das Balafon spricht.“


 

Ein Ensemble der Volksgruppe Birifor in Saro, Nordghana
Foto: Edmund Dorwana Tijan

 

 

Die Studien von Yaw Momo WW konzentrieren sich hauptsächlich auf die Balafonmusik der Birifor, Lobi und der Dagarti im Nordwesten Ghanas und der Bobo im Süden Burkina Fasos. Die Gebiete dieser Volksgruppen grenzen aneinander und gehören zum Volta-Kulturraum. In diesem Kulturraum hat sich das Balafon vor langer Zeit über viele Generationen vom Erdlochxylophon bis zum heutigen Rahmenxylophon entwickelt und verbreitet.

 

 

     

Lirra, der Baum, aus dem die Klanghölzer sind / Stamm und Blätter
Foto: Edmund Dorwana Tijan

 

 

 „Lirra“, so nennen die Birifor den Baum, der singt. Sein Holz ist für die Herstellung der Klanghölzer sehr gut geeignet. Es handelt sich hier höchstwahrscheinlich um afrikanischen Palisander, lateinisch: "Pterocarpus erinaceus".

 

Die vierzehn oder manchmal auch mehr Klanghölzer des Balafons aus dem Volta-Kulturraum sind pentatonisch gestimmt. Pentatonisch heißt, dass eine harmonische Tonfolge innerhalb einer Oktave aus fünf Tönen (z. B. c, d, e, g, a) besteht. Dazu muss man feststellen, dass ältere Instrumente aus Afrika  zwar eine pentatonische Tonfolge haben, welche aber in der Tonhöhe an der Stimmlage des Sängers im Dorfe orientiert war und nicht auf den hier üblichen Kammerton abgestimmt wurde. Zudem gibt es alte Instrumente, deren Tonfolgen relativ gleiche Abstände haben, eine so genannte Äquipentatonik. Die Länge der Klanghölzer und die Stärke im mittleren Bereich sind die Kriterien, die den Ton bestimmen.

 

Der Rahmen wird aus Holzstäben gefertigt und mit Tierhaut verzurrt.

 

 

Die Resonanzkörper unter den Klanghölzern
Foto: Wevers

 

 

Die Kalebassen, die unter den Klanghölzern im Rahmen befestigt sind, dienen als Resonanzkörper. Es sind Flaschenkürbisse, deren äußere Hülle ausholzt. Sie wachsen als Feldfrüchte und Früchte des Kalebassenbaumes. Nach der Ernte werden sie getrocknet und ausgehöhlt. Das Luftvolumen und die Größe der Öffnung der Kalebasse sind die Kriterien, die den Ton bestimmen. Wenn die Kalebasse und das Klangholz genau gleich gestimmt sind, bewirkt sie eine Verstärkung des Tones. Jede Kalebasse hat an der Seite zwei bis drei kleine Löcher. Die darüber geklebten Membranen aus hauchdünner Folie (früher Spinnenkokons) erzeugen eine zusätzliche, surrende und zirpende, typisch afrikanische Klangkomponente, die dem Frequenzspektrum der menschlichen Stimme ähnelt.

 

Ein Klangerlebnis der besonderen Art.

                                                                                                                                                       

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